Sechs Monate nach dem Anschlag in Hanau: Aktion gegen Rassismus in Hofheim

Aufruf zur Demonstration und Kundgebung in Hofheim

am Mittwoch, 19. August 2020, 17.30 Uhr, Am Untertor

Am 19. August ist es sechs Monate her, dass in Hanau neun Menschen bei einem rassistischen Anschlag starben. Angehörige der Opfer, Überlebende und Unterstützer*innen aus Hanau haben vorgeschlagen, dass an diesem Tag in möglichst vielen Städten Gedenkaktionen, Kundgebungen oder Proteste stattfinden.

 An diesen dezentralen Aktionen beteiligt sich auch das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ mit einer Demonstration in Hofheim. Sie beginnt am Mittwoch, 19. August, um 17.30 Uhr am Platz Am Untertor. Teinehmer*innen werden gebeten, eine Maske mitzubringen und die Corona-Abstände einzuhalten. An diesem Tag soll Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Mercedes Kierpacz, Said Nesar Hashemi, Sedat Gürbüz und Vili Viorel Păun gedacht werden, die nur rund 50 Kilimeter von Hofheim entfernt ermordet wurden. Das Bündnis schließt sich der Forderung aus Hanau nach Erinnerung, Gerechtigkeit, Aufklärung und Konsequenzen an.

 

Rassimsus und Rechtsextremismus töten und sind ein gesamtgesellschaftliches Problem. Das zeigt die aktuelle Bedrohung von zahlreichen Personen durch die Gruppe „NSU 2.0“, wobei persönliche Daten von Betroffenen in Polizeirevieren in Wiesbaden und Frankfurt abgerufen wurden. In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Verdachtsfälle von Rechtsextremismus in der Polizei wie in Hessen.

Das Bündnis „Main-Taunus –  Deine Stimme gegen Rechts“ fordert, Rassismus und Rechtsextremismus in der Polizei und der Gesellschaft entschieden zu bekämpfen. Neben dem Anschlag in Hanau bleibt auch der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke in bitterer Erinnerung und zeigt den dringenden politischen Handlungsbedarf.

Main-Taunus –  Deine Stimme gegen Rechts ist ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis für Demokratie und Vielfalt. Vereine und Wohlfahrtsverbände gehören ebenso dazu wie unabhängige Initiativen, Jugendorganisationen, Parteien, Schülervertretungen, Gewerkschaften und Religionsgemeinschaften. Die politischen Einstellungen und Ziele der Mitgliedsorganisationen sind durchaus unterschiedlich und manchmal auch kontrovers. Jedoch verbindet sie der Widerstand gegen Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und jegliche Form von Diskriminierung. Gemeinsam engagiert sich das Bündnis gegen menschenfeindliche Stimmungen, die auch im Main-Taunus-Kreis wieder verstärkt um sich greifen. Anliegen des Bündnisses ist die Vernetzung und Stärkung demokratischer Kräfte.

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