Blumen zur Erinnerung an die Befreiung vom NS-Regime

Gedenkaktion am 8. Mai 2022
Mit Blumen auf zahlreichen Stolpersteinen hat das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” am 8. Mai 2022 an die Befeiung vom NS-Regime vor 77 Jahren erinnert. Die dezentrale Gedenkaktion wurde in Hofheim, Bad Soden, Flörsheim, Wallau, Diedenbergen, Flörsheim und weiteren Orten im Main-Taunus-Kreis umgesetzt.
Die Idee für die Aktion stammt von Ester Bejarano, die das deutsche Vernichtungslager Auschwitz überlebt hat und im vorigen Jahr verstorben ist. Sie hatte sie zum 75. Jahrestag angeregt, verbunden mit der Forderung, dass der 8. Mai Feiertag werden soll. Das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” hat sie in diesem Jahr in Kooperation mit der zum Bündnis gehörenden Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e.V. (VVN-BdA) aufgegriffen.

Internationaler Tag gegen Rassismus

»Ausgrenzung ruht nicht in Kriegszeiten«

Appell des Bündnisses „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“

Das Recht auf ein sicheres Leben in Frieden muss für alle Menschen gelten, ganz gleich welcher Herkunft. Alle Geflüchteten müssen die gleiche Unterstützung erfahren. Das betont das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” anlässlich des Internationalen Tags gegen Rassismus am 21. März und vor dem Hintergrund des russischen Angriffs auf die Ukraine, der Millionen Menschen in die Flucht treibt.

Das Bündnis begrüßt ausdrücklich die Bereitschaft, sie in Deutschland aufzunehmen. Wie 2015, als Tausende Menschen vor allem aus Syrien und Afghanistan in Deutschland aufgenommen wurden, schlägt ihnen aus der Zivilgesellschaft und der Bevölkerung eine Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft entgegen – auch im Main-Taunus-Kreis. Manche bürokratische Hürden, die 2015 galten und für damals Geflüchtete immer noch gelten, sind aufgehoben, komplizierte Asylverfahren wurden für Personen aus der Ukraine zunächst ausgesetzt.

Das Bündnis appelliert an die Verantwortlichen in Bund, Land und Kommunen, auch das Schicksal anderer Schutzbedürftiger nicht aus dem Blick zu verlieren: Viele afghanische Ortskräfte harren weiter ihrer Rettung. Millionen Geflüchtete aus globalen Konflikten und Kriegen wie etwa im Jemen haben nicht das Glück in einem EU-Anrainerstaat geboren zu sein. Noch immer ertrinken von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt Menschen auf der Flucht in den Meeren vor Europa, während zivilgesellschaftliche Seenotrettung mit langjährigen Haftstrafen bedroht wird.

Allen Versuchen vom rechten politischen Rand, europäische Geflüchtete gegen solche aus anderen Krisenregionen auszuspielen, zu spalten in vermeintlich “echte, gute, weiße” und “falsche, schlechte, nicht-weiße” Schutzsuchende, erteilt das Bündnis eine klare Absage. Ebenso verurteilt es Anfeindungen gegen Menschen mit russischer Migrationsgeschichte, die pauschal für den Krieg mitverantwortlich gemacht werden, obwohl viele selbst vor den Verhältnissen in Russland geflüchtet sind. “Egal, welche Form Rassismus annimmt: Es gilt ihm in jeder Hinsicht klar und deutlich Widerstand entgegenzusetzen”, so das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts”: “Menschenrechte sind unteilbar. Kein Mensch ist illegal. Nein zu Krieg und Rassismus!”

Gedenken an die Opfer von Rassismus und Rechtsextremismus

Anlässlich des zweiten Jahrestags des rechtsextremistischen Anschlags in Hanau hat das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ am Hattersheimer Bahnhof ein Banner angebracht, auf dem an Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Sedat Gürbüz und Gökhan Gültekin erinnert wird, die am 19. Februar 2020 von einem Rassisten ermordet wurden, sowie an die mehr als 200 weiteren Personen, die seit 1990 Opfer von rassistischen und rechtsextremistischen Morden in Deutschland wurden.

Das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ ruft zur Teilnahme an den Gedenkveranstaltungen auf, die für Samstag, 19. Februar, in Hanau und zahlreichen anderen Städten angekündigt sind, darunter Frankfurt, Offenbach und Mainz.

Proteste gegen Querdenken-Demos im MTK

Nach erfolgreichen Auftakten: Antifaschistische Bildungsinitiative organisiert regelmäßige Proteste gegen Querdenken-Demos im MTK
Nach zwei erfolgreichen Demonstrationen als Kontrapunkt zu den Querdenken-Aktivitäten in Kelkheim plant die Antifaschistische Bildungsinitiative Main-Taunus jetzt regelmäßigen Protest. ,,Wir haben in Kelkheim Aktionen im Zwei-Wochen-Takt angemeldet. Es ist in unseren Augen dringend notwendig, regelmäßigen Widerspruch gegen kursierende Verschwörungsmythen und rechtes Gedankengut auf der Straße zu etablieren”, erklärt Vorsitzende Marianne Wehner.
So findet ab sofort jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat um 19 Uhr eine Mahnwache für die Opfer der Pandemie mit angeschlossenem Demonstrationszug am Brunnen in der alten Stadtmitte (Ecke Höchster Straße) statt. Die nächsten Termine sind der 9. und 23. Februar, sowie der 9. März.
Zusätzlich plant die BI vereinzelt auch Aktionen in anderen Teilen des Kreises. Wehner: ,,Wir stehen bereits mit Organisationen aus anderen Kommunen in Kontakt und werden auch dort zeitnah Aktionen in einem pandemiekonformen Rahmen anmelden.”
Alle Informationen dazu gibt es über ,,Antifaschistische Bildungsinitiative Main-Taunus” bei Facebook und unter antifabi.mtk bei Instagram.
Das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” unterstützt den Aufruf seines Bündnispartners Antifaschistische Bildungsinitiative Main-Taunus.

Protest gegen die sogenannten Spaziergänge

Die Antifaschistische Bildungsinitiative (AntifaBI MTK) ruft zum Protest gegen die sogenannten Spaziergänge der Partei “die Basis” in Kelkheim auf.

Mittwoch, 26. Januar 2022 um  19 Uhr.
Brunnen, Alte Stadtmitte Kelkheim:

Mahnwache für die Opfer der Pandemie. Anschließend Protestzug
für Solidarität ohne Verschwörungsideologien

Protest gegen die AfD im Bundestagswahlkampf

Die AfD kündigt drei Wahlkampfveranstaltungen im Main-Taunus-Kreis an. Wie immer werden wir ihre Hetze nicht unkommentiert lassen. Kommt mit uns auf die Straße, am 11. September in Kelheim, am 18. und 21. September in Eschborn.

Hofheimer Querdenker*innen unterlaufen Auflagen der Stadt

Das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” hat am Montag, 3. Mai,  wie in vorangegangenen Wochen die Versammlung des Querdenkenablegers „Freiheitsboten Hofheim“ beobachtet, dieses Mal,um die von der Stadt angekündigte Durchsetzung der Maskenpflicht zu überprüfen. Leider wurde die Hoffnung auf ein konsequentes Vorgehen seitens der Ordnungsbehörde enttäuscht: Die offenkundigen Versammlungsteilnehmer*innen wichen auf umliegende Flächen aus und konnten so weite Teile der Veranstaltung ohne Masken und ohne Abstand verfolgen. Polizei und Ordnungsamt zeigten sich nur mäßig bemüht, gegen diese Ausweichtaktik vorzugehen, erst nach mehrfachen Aufforderungen der Gegendemonstrant*innen wurden sie aktiv.

Der spontan angemeldete Gegenprotest wurde seitens eines Teils der Querdenker wiederholt drangsaliert und der Versammlungsbereich der Gegenproteste willentlich verletzt. Einen Redebeitrag zur wirklichen Situation auf den Intensivstationen, zum Leid der Hinterbliebenen und der ausgebrannten medizinischen Fachkräfte wurde seitens der Querdenken-Anhänger*innen mit Gelächter und Spott “gewürdigt”.

Erneut zeigte sich der geschichtsrevisionistische Ansatz der Querdenken-Bewegung in den gewählten Aktionsformen: Mit Häftlingsbekleidung, der Nutzung des Symbols der Weißen Rose und dem ständigen Schwadronieren von angeblicher Diktatur und angeblich in Deutschland herrschendem Faschismus wurde das Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus beschmutzt. Wer die wahren Feinde der Demokratie sind, zeigte sich dann im letzten Redebeitrag, der mit der Hoffnung endete, dass “die Regierung zeitnah abgesetzt” (Redezitat) werde, wenn sich die Polizei dem vermeintlichen Widerstand anschließe.

Wir rufen die Stadt Hofheim auf: Es wird Zeit diesen Spuk zu beenden! Maskenpflicht durchsetzen heißt nicht, dreimal freundlich zu bitten und dann schulterzuckend weitergehen. Wer wissentlich alles unternimmt, um Infektionsschutz-Auflagen zu unterlaufen, kann keine verlässliche Durchführung einer Demonstration gewährleisten.

AfD bricht bei der Kommunalwahl im MTK ein

Wenn das kein Grund zur Freude ist: Bei der Kommunalwahl hat die AfD die Hälfte ihrer Sitze verloren, ihr Stimmenanteil ist von 12,7 Prozent im Jahr 2016 auf 6,2 Prozent eingebrochen. Für uns ist dieses Ergebnis Ansporn, uns weiter gegen die AfD und ihre gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit zu engagieren. Das Ziel für die nächste Kommunalwahl kann nur sein, dass sie auch ihre restlichen fünf Sitze verliert!

Corona-Kundgebungen schüren Hass und gefährden die Gesundheit

Das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ beobachtet mit großer Sorge eine Gruppe, die sich Freiheitsboten Hofheim nennt und seit Januar allwöchentlich Veranstaltungen in der Kreisstadt organisiert.
Zum einen macht sich die Gruppe, die vordergründig die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kritisiert, mit rechtsextremen Haltungen und Verschwörungserzählungen gemein, zum anderen halten nicht alle Teilnehmenden die Abstandsregeln ein, was zu einer Verbreitung des Virus beitragen könnte.
Im Telegram-Kanal der Gruppe Freiheitsboten Hofheim werden zahlreiche Personen und Medien zitiert, die dem äußerst rechten oder verschwörungstheoretischen Spektrum zugeordnet werden können, dazu gehören besipielsweise das Online-Magazin „Tichys Einblick“ und der YouTube-Kanal von Ken Jebsen. Genannt werden auch der österreichischer Psychologe Raphael Bonelli, der unter anderem wegen einem Video mit dem antifeministischen Titel „Warum Gender-Mainstreaming Männer kastriert und Frauen frustriert“ in der Kritik steht. Oder Eva Herman, die wegen positiver Äußerungen über das Frauen- und Familienbild der NS-Zeit ihre Job als Fernsehmoderatorin verlor und über „eine arabisch-afrikanisch-asiatische Invasion“ in Deutschland fabuliert.
In einer Rede bei der Veranstaltung der Freiheitsboten Hofheim wurde zudem Tim Kellner erwähnt als „ein Mann, den wir brauchen“. Der vorbestrafte Rocker und ehemalige Polizist Tim Kellner ist einer der einflussreichsten rechtsextremen YouTuber. Seine Videos sind geprägt von Dehumanisierung, Rassismus und antisemitischen Erzählungen, so bezeichnet er Geflüchtete als „Invasionsarmee“.
Derzeit mobilisieren die Freiheitsboten Hofheim für eine Demo zum Thema Corona am 13. März in Wiesbaden, bei der unter anderem der ehemalige AfD-Landtagsabgeordnete Heinrich Fiechtner auftreten soll, der Inhalte der rechtsextremen QAnon-Bewegung und den Sturm auf das Kapitol unterstützt.
Unter dem Deckmantel einer Relativierung und Leugnung der Corona-Pandemie verbreiten die Freiheitsboten Hofheim also Ideologien gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die in einer vielfältigen, toleranten und offenen Gesellschaft keinen Platz haben.
Alarmiert ist das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ aber nicht nur wegen diesem inhaltlichen Gift, sondern auch, weil bei den Veranstaltungen in Hofheim die Abstandsregeln nicht immer eingehalten werden. Während in anderen Kommunen bei Kundgebungen Maskenpflicht gilt, wurde das in Hofheim von den Behörden bisher nicht zur Auflage gemacht. Bei der Kundgebung am vorigen Montag bezeichnete eine Rednerin dies als einen Luxus, für den man dankbar sei. Dass es in Hofheim keine Maskenpflicht gibt, dürfte mit dazu beitragen, dass ein Publikum auch von außerhalb des Main-Taunus-Kreises angezogen wird. An den geltenden Mindestabstand von 1,5 Metern halten sich nach Beobachtung des Bündnisses „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“  nicht alle Teilnehmer*innen. Es appelliert daher an die Verantwortlichen in der Stadt Hofheim, das Tragen einer Maske bei den Kundgebungen zur Auflage zu machen.
Das Bündnis „Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts“ betont, dass es selbstverständlich legitim ist, die staatlichen Corona-Maßnahmen kritisch zu hinterfragen. Auch steht es allen frei, sich für oder gegen eine Corona-Impfung zu entscheiden. Doch dies darf nicht dazu führen, dass menschenfeindliche Stimmungen geschürt und die Vorgaben des Infektionsschutzes ignoriert werden, so wie dies derzeit in Hofheim geschieht.

Online-Workshop zu Verschwörungsmythen am 27. Februar 2021

Verschwörungsmythen haben in Corona-Pandemie Hochkonjunktur. In Zeiten der Unsicherheit geben sie scheinbar Orientierung und einfache Erklärungen. Auch im Main-Taunus-Kreis sind sie leider zunehmend zu hören. Auf der Straße, auf der Arbeit oder in der Familie fallen Sprüche, die uns die Sprache verschlagen. Später ärgern wir uns, hätten gerne den Mund aufgemacht. Hier setzt der kostenlose Online-Workshop gegen Verschwörungsmythen und Antisemitismus ein, den das Bündnis “Main-Taunus – Deine Stimme gegen Rechts” am Samstag, 27. Februar, von 14 bis 17.30 Uhr in Kooperation mit dem Bündnis “Aufstehen gegen Rassismus” anbieten.

Er soll Menschen in die Lage versetzen, die Schrecksekunde zu überwinden und Position zu beziehen. In diesem Online-Seminar werden die Grundlagen und Eigenheiten von Verschwörungserzählungen und deren Beziehung zum Antisemitismus beleuchtet. Es geht um typische Argumentationsmuster und wie man ihnen Paroli bieten kann. In interaktiven Übungen können die Teilnehmenden ihre eigenen Erfahrungen einbringen und gemeinsam Lösungsansätze erarbeitet, um in Zukunft schneller und gezielter reagieren zu können und Verschwörungserzählungen solidarische Alternativen entgegenzustellen. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldung per Mail an info@mtk-gegen-rechts.de.

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder sie von dieser auszuschließen.